Der König, seine Architekten und ein großes Bauvorhaben…

Stuttgart,_Königsbau,_1875

Es ist schon fast 160 Jahre her, dass der Königsbau zu einem Teil von Stuttgart wurde. Der Bau war weder unproblematisch noch unumstritten und er war geprägt von Budgetvorgaben, die – und da ähnelt es heutigen Bauvorhaben – nicht eingehalten wurden oder werden konnten.

Zwischen 1855 und 1860 wurde der Königsbau auf Geheiss König Wilhelm I. genau an der Stelle erbaut, wo einst der alte Redoutensaal – als Ballhaus und Konzertsaal genutzt – für glanzvolle Feste stand. Stuttgart war damals die kleinste der königlichen Residenzstädte in Deutschland.

Stadtarchiv Stuttgart

1802-1854 diente der Redoutensaal als Konzert- und Ballsaal. Quelle: Stadtarchiv Stuttgart

 

Xaver Franz Milz (1765-1833): Portrait von Ludwig von Zanth

Portrait von Ludwig von Zanth (von Xaver Franz Milz)

Anfangs (1852) beauftragte König Wilhelm I. den Architekten Karl Ludwig Wilhelm von Zanth mit der Planung eines Festsaalgebäudes anstelle des Redoutensaals. Der Hofbaumeister, dessen Hauptwerke das Wilhelma-Theater und die Gartenanlagen und maurischen Gebäuden der Wilhelma waren, arbeitete zwei Jahre an dem Entwurf, der kurz vor Ausführung wegen zu hoher Kosten (673.122 fl/süddeutsche Gulden) vom König abgelehnt wurden. Er wollte maximal 300.000 fl aufgeben.

INFO: Tauschkurs laut Münzgesetz vom 9. Juli 1873: 1 fl = 12/7 Mark

Eine erneute Ausschreibung begann. Bedingung vom König: Nicht den gesamten zur Verfügung stehenden Platz zwischen Bolz- und Fürstenstraße zu verbauen, einen Raum für Ausstellungen und Konzerte zu integrieren, anstelle der Arkaden Säulen zu verwenden, Einbau von Restaurants und Läden auf der Rückseite, Gasbeleuchtung.

Johann-michael-knapp

Johann Michael Knapp (1791-1861)

Christian Friedrich von Leins

Christian Friedrich von Leins (1814-1892)

 

 

 

 

 

 

Johann Michael Knapp und Christian Friedrich von Leins reichten Entwürfe ein, Karl Ludwig Wilhelm von Zanth bessert nach. Knapp war fast 50 Jahre und lebte seit 20 Jahren als Architekt in Rom, als ihn König Wilhelm I. 1840 zum Hofbaumeister berief. Er bekam den Zuschlag für den Bau des Königsbaues. Sein Kostenvoranschlag betrug 388.8811 fl. Hatte der Architekt mit dem Bau der Jubiläumssäule auf dem Schlossplatz große Anerkennung erlangt, so sollte doch dieses Vorhaben misslingen…

Quelle: Rübezahl im Königsbau: Die Stuttgarter Künstlergesellschaft "Das Strahlende Bergwerk" (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart)  von Gisela Hengstenberg

Quelle: Rübezahl im Königsbau: Die Stuttgarter Künstlergesellschaft „Das Strahlende Bergwerk“ (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart) von Gisela Hengstenberg

 

26 ionische Poetiken (Säulengang)

 

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